Hellmut Bruch
Hellmut Bruch wurde 1936 in Hall / Tirol geboren, er lebt und arbeitet in Hall.
Alle Konstituenten der Werke von Hellmut Bruch, die Eigenschaften des Materials, die Maße und das Grundkonzept der einzelnen Plastik oder Wandarbeit sind aufeinander bezogen.
Im Mittelpunkt steht die Intention, das Sichtbare einer virtuellen Immaterialität anzunähern.
Dieser Reduktion entspricht die von der Fibonacci-Folge bestimmten Konstruktivität seiner Arbeiten ebenso wie die Verwendung von Edelstahl und Acrylglas, die sich durch den Glanz der Oberfläche oder durch Transparenz einer unmittelbaren Präsenz entziehen.
Elementare Formen wie Schichtungen, gebündelte Vertikale, Kreise, ineinander verschränkte Flächen und Progressionen von Quadraten und Rechtecken sind signifikant für das umfangreiche Werk von Hellmut Bruch.
Besonders hinzuweisen ist auf die Arbeiten Bruchs im öffentlichen Raum in Österreich, Deutschland und in der Schweiz, exemplarisch die Gotha-Progression 1991/93 in Thüringen, die Wandarbeit auf dem Maschinenhaus des Kernkraftwerkes Leibstadt in der Schweiz und die Große Kreisform in Erfurt, beide aus dem Jahr 2004.
Heinz Gappmayr zum Werk von Hellmut Bruch
Hellmut Bruch was born in 1936 in Hall / Tyrol, Austria, he lives und works in Hall.
Progression nach links, fluoreszierendes Acrylglas 50 x 50 x 0,3cm, 2008
Ausgewählte Ausstellungen ab 2000:
Circle on golden line, fluoreszierendes Acrylglas, 50x50x0,3cm, 2008
Quadratprogression, fluoreszierendes Acrylglas 50 x 50 x 0,3cm, 2008
Vier Progressionen in der Diagonale, fluoreszierendes Acrylglas 50 x 50 x 0,3cm, 2008 ![]() Zwei Flächen, farbloses Acrylglas, 89 x 40 x 30cm, 2000
Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen (Auswahl) / Works in public and private collections (selection)
Brasilien, Canada, Deutschland, England, Frankreich, Holland, Italien, Japan, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Slowenien, Südafrika, Ungarn und USA.
Zusatztext / Additional text
Gedanken zu meiner Arbeit
Die zentralen Themen sind das Licht und Proportionen, die sich auf Naturgesetzlichkeiten beziehen und in „offenen Formen“ Gestalt annehmen.
Edelstahl und transparentes, farbiges, fluoreszierendes Acrylglas sind meine bevorzugten Materialien.
Die Arbeiten beziehen sich auf das Licht als „offenes Medium“, auf die Gravitation und auf die Fibonacci-Folge bzw. auf den „Goldenen Schnitt“.
Dieses fast vergessene, universale und klassische Harmoniegesetz, das sich der Mensch von der Natur abgeschaut hat, gewinnt immer mehr an Aktualität und Bedeutung.
Es wird als Wachstums- und Formbildungsgesetz in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen erkannt. Diese Erkenntnisse begeistern und inspirieren mich.
Ich begegne ihnen auf elementare Weise und wünsche mir, dass dies durch meine Werke spür- und erfahrbar wird. Der Inhalt zielt auf Proportionen und auf das Licht, das, einfach gesagt, selbst nicht sichtbar ist, aber uns die Welt sichtbar macht.
Was mich an beiden Phänomenen interessiert, ist ihre „Immaterialität“ im Zusammenwirken mit der „Materialität“ des Wahrnehmbaren.
Weil ich mich auf die Realität des Immateriellen beziehe, sind meine Plastiken und Skulpturen keine reduzierten Abbildungen oder Abstraktionen des Sichtbaren, sondern folgen jenen Voraussetzungen, die der materiellen Welt Gestalt geben und sie prägen. Die so entstandenen „Offenen Formen“ bauen auf universale Konstanten und münden in die Unendlichkeit.
Reflections on my work
The central themes are light and proportion, which are related to natural law, and which are shaped in "open forms".
My favourite materials are stainless steel and transparent, coloured, fluorescent acrylic glass.
The works are related to light as an "open medium", to gravitation, the Fibonacci sequence and the golden ratio.
This classic, universal, almost forgotten law of harmony which man learned through observing nature, is increasing in relevance and importance. It is recognised in the various scientific disciplines as a law of growth and formation.
I feel excited and inspired by these insights. I encounter them on an elemental level, and I hope that this can be perceived and experienced in my work. The content in aimed at proportions and light, which – to put it simply – is itself invisible, but makes the world visible to us.
What interests me in both phenomena is their "immateriality" in their interaction with the "materiality" of what is perceptible to us.
Since my work relates to the reality of the immaterial, my sculptures are not reduced copies or abstractions of what is visible, but follow the preconditions which give shape and character to the material world. The resulting "open forms" are based on universal constants, leading to infinity.
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