Durchs Feuer gehen. Going through fire

Till Augustin - Renate Balda - Susan York

 

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Vernissage: Donnerstag, 3. Mai 2018, 19 bis 21 Uhr
Matinee: Samstag, 5. Mai 2018, 11 bis 15 Uhr

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„Schmuckkunst aus Muranoglas” mit Chiara Antonietti
am Samstag, 16. Juni, 11 bis 15 Uhr

Ausstellungsdauer vom 4. Mai bis 30. Juni 2018
Duration of the show from May 4th to June 30th, 2018

 

Ausstellungsansicht / Installation view
Ausstellungsansicht / Installation view "Durchs Feuer gehen. Going through fire"

 

Ausstellungsansicht / Installation view
Ausstellungsansicht / Installation view "Durchs Feuer gehen. Going through fire"

 

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Ausstellungsansicht / Installation view "Durchs Feuer gehen. Going through fire"

 

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Ausstellungsansicht / Installation view "Durchs Feuer gehen. Going through fire"

 

Ausstellungsansicht / Installation view
Ausstellungsansicht / Installation view "Durchs Feuer gehen. Going through fire"

 

 

 

Till Augustin, Topography III – 2017 Glasplatten gebohrt, sandgestrahlt, bemalt und verspiegelt / Laminated glass, drilled, sandblasted, painted, on mirror 270 x 50 x 2,5 cm

Till Augustin, Topography III – 2017
Glasplatten gebohrt, sandgestrahlt, bemalt und verspiegelt / Laminated glass, drilled, sandblasted, painted, on mirror
270 x 50 x 2,5 cm

 

Till Augustin

Till Augustin wurde 1951 nahe Starnberg in Bayern geboren. Er lebt und arbeitet in Nürnberg. 

Till Augustin fertigt aus dicken Glasplatten Verbundglasblöcke in unterschiedlichsten Größen. Diese massiven Glasblöcke bearbeitet er nicht nur mit Schleifgeräten, Hammer und Meißel, sondern vor allem auch mit dem Pressluftmeißel. Die Addition der durchsichtigen Scheiben und der Lichteinfall suggerieren den anziehenden Grünton tropischer Gewässer. Bei anderen Werkreihen wiederum werden in weiteren Bearbeitungsschritten schwarze Pigmente, Eisenstaub oder auch Eisenoxyde in die Oberfläche eingelagert. Für die Arbeit „Dark Cube 17-1” (2017) entwickelte Augustin eine Technik des „Metallisierens” und bürstet feinste Schichten von Metallen in die Oberfläche ein. Dies führt zu schillernden Reflektionen. Mit „Topography III” (2017) geht Augustin noch einen Schritt weiter und lässt durch Spiegelungen den Umraum Teil des Wandreliefs werden. Das Licht fällt durch die auf der Rückseite bearbeitete und rot lackierte Glasfläche auf eine ebenfalls rot lackierte Spiegelfläche und wird wieder zurückgeworfen. 

„Im Gegensatz zu einem Mathematiker vertraut der Künstler Augustin in seinem ganzheitlichen Verständnis keiner absoluten Perfektion. Er weiß, dass die Welt fragil ist, Schönheitsfehler und Sprünge besitzt und dass aus diesen polaren Spannungen erst Leben, Vitalität und Erkenntnis erwächst. Und mit welchem anderen Material als mit Glas und seinen unendlichen, unter veränderten Lichtverhältnissen und Bearbeitungsweisen wechselnden Erscheinungs- und Sichtweisen ließe sich das kongruenter und poetischer zur Ansicht bringen?” 

Dr. Eva-Marina Froitzheim 

 

Till Augustin was born in 1951 near Starnberg/Bavaria. He lives and works in Nuremberg, Germany. 

Till Augustin turns massive glass sheets into blocks of laminated glass in various sizes. The artist shapes these complex glass blocks not only with hammer and chisel but also with pneumatic drills and grinding devices. Incident light and the use of translucent sheets create the attractive green tone reminiscent of tropical waters. In other works steel dust and ferric oxides are embedded in the glass surface. In works such as “Dark Cube 17-1“ (2017) Augustin employs “metallizing”, a technique he developed in which very fine layers of metal are brushed into the surface creating iridescent reflections. In “Topography III” (2017) Augustin goes one step further, using reflections to incorporate the surroundings into the wall relief. Light falls through the glass plates, which have been worked and red-lacquered on the reverse side, onto a similarly red-lacquered mirror and is reflected back again. 

“In contrast to a mathematician, the artist Augustin, in his holistic view, does not trust absolute perfection. He knows that the world, with its flaws and imperfections, is fragile and that these polar tensions lead to life, vitality and knowledge. And what other material than glass, which with changing light conditions continuously modifies its appearance and perspectives, can visualize this in a more congruent and poetical manner?” 

Dr. Eva-Marina Froitzheim 

 

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Renate Balda, Installationsansicht

Renate Balda, Installationsansicht / Installation view

 

Renata Balda

Renate Balda wurde 1955 in Plattling, Niederbayern geboren. Sie lebt und arbeitet in Waldkirchen, Bayerischer Wald.

Schon zum Ende des Studiums der Malerei in Nürnberg 1983 fing Renate Balda an, sich mit der Formgebung von Tonerden zu beschäftigen und erlangte autodidaktisch eine hohe Perfektion in der Gestaltung von Gefäßkeramik. Das aus der Erde kommende Material in seinen so unterschiedlichen Konsistenzen reizte sie aber auch, diesen Werkstoff schöpferisch völlig frei einzusetzen. Die Recherche über vorwiegend koreanische Gestaltungsprozesse für Schalen zur Teezeremonie, deren Ziel es nicht etwa war „Schönheit“ zu gebären, sondern „Leben“ in die Ausformung der Schale zu legen und ihren unitären Charakter auch durch den Feuerprozess im Brennofen geschehen zu lassen, führten zu ausgefallenen Ergebnissen.

Es folgten noch weitere Schritte hin zur rudimentären Gestaltung mit verschiedenen Arten von Ton und dem nur spärlichen Einsatz von Engoben. Diese „Zylinder“ hatten keinerlei Nutzungszweck, da keinen Boden. Sie dienten ausschließlich dem schöpferischen Prozess eines formbaren Materials. Diese elementaren und doch so unterschiedlichen Objekte, die Renate Balda dabei entstehen lässt, faszinieren durch ihre „Seele“.

Anfang der 2000er Jahre entstanden erste Schälchen, die durch ihre Schlichtheit künstlerische Präsenz haben, mehr als jede perfekt ausgeformte Porzellanfigur. Beide Werkgruppen werden zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert; die kleinen Teeschalen in Kombination mit einer Detailaufnahme ihrer sensiblen Oberfläche, die dem Betrachter einen kleinen Einblick in diese Welt gibt.

 

Renate Balda was born in 1955 in Plattling, Lower Bavaria. She lives and works in Waldkirchen, in the Bavarian Forest. 

As early as 1983, while completing her course of studies in painting at the Kunstakademie Nürnberg, Renate Balda began working with clay, achieving as an autodidact near perfection in modeling ceramic forms. Clay, a material derived from soil, with a variety of consistencies, intrigued and encouraged her to use and shape it in a completely free and creative approach. Her research into primarily Korean, small bowls used in the tea ceremony, the goal of which was not to create “beauty” bur rather to put “life” into the form and let its unitary character emerge in the firing process, led to unusual results. 

Further experimentation led to the creation of rudimentary forms using various types of clay and sparse amounts of engobe. Without bottom sides, these “cylinders”, as she calls them, have no practical use. They function exclusively as a means for creating objects from formable materials.  It is the spiritual nature of these elementary and yet so diverse works that fascinates the viewer. 

In the early 2000s she created her first little tea bowls, their simplicity creating an artistic presence more intense than perfectly formed porcelain figures. Both groups of works will be shown for the first time in this exhibition. In combination with close-ups of their sensitive surfaces, the little tea bowls offer the viewer a glimpse into this artistic world.

 

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Graphite Cube, 2015 Gepresster Graphitstaub, gebrannt und poliert / solid graph- ite, burned and polished, 12,7 x 12,7 x 12,7 cm

Susan York, Graphite Cube - 2015
Gepresster Graphitstaub, gebrannt und poliert / solid graph- ite, burned and polished, 12,7 x 12,7 x 12,7 cm

 

Susan York

Susan York wurde 1951 in Newport, Rhode Island, USA geboren. Sie lebt und arbeitet in Santa Fe, New Mexico, USA. 

Susan Yorks Arbeiten leben in der Tradition des amerikanischen Minimal und genießen dennoch ihre absolute Eigenheit. Die schimmernden, silbrig schwarzen, immer leicht asymmetrischen Kuben entstehen aus feinstem Graphitstaub. Die Künstlerin presst diesen in keramische Formen und brennt diese bei hoher Temperatur im Brennofen. So entstehen kompakte Kuben unterschiedlichster Ausmaße. Die Rohlinge erfahren dann erst ihre eigentliche Gestaltung, indem sie ihre endgültige Form erhalten und dann in einem aufwendigen Polierprozess geglättet werden. Schwebend an der Wand verraten sie nichts von ihrem massiven, gewichtigen Inhalt, sondern schimmern realitätsfern, das Licht gleichzeitig absorbierend wie einfangend und zur Kontemplation einladend. Arbeiten wie „Wedge (2016)” scheinen aus der Wand herauszuwachsen und verdeutlichen durch ihre veränderliche Anmutung subtil die Abgrenzbarkeit von Yorks Werk gegenüber den industriellen Looks der Minimal Art der 1960er Jahre. 

Susan York was born in 1951 in Newport, Rhode Island, USA. She lives and works in Santa Fe, New Mexico, USA. 

Susan York’s sculpture and drawings reside in the tradition of American Minimal Art yet her work has its own unique identity. As the American critic Lucy Lippard wrote, “Susan York is heir to decades of ‘post minimalism,’ but unlike so many of her peers in earlier and later generations, she has found a way to paradoxically revitalize this ongoing ‘ism.’” York’s use of graphite as a material (cast solid, kiln-fired, shaped into symmetrical and asymmetrical geometric forms, then sanded and polished) “contributes a sense of warmth, mutability and body missing from the industrially fabricated work of the mid-60’s,” wrote Harmony Hammond in Art in America (2011). 

Hovering on the wall, York’s graphite forms betray nothing of their densely heavy content and simultaneously feel weighty and weightless. They absorb and reflect the light simultaneously while inviting the viewer to contemplation. Works like Wedge (2016) seem to grow out from the wall and emphasize through their ever changing and very subtle presence the difference between York’s work and the “industrial looks” of Minimal Art in the 1960’s. 

 

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