Punkt und Linie zu Fläche – frei nach Kandinsky
Nicholas Bodde, Rosa M Hessling, Maria Lalić, Heiner Thiel, Lars Strandh
Ausstellungsdauer vom 20. April bis bis 1. August 2020
Kandinsky entwickelte die Abhandlung eigentlich für die Schriftenreihe der Bauhaus-Zeitschrift mit dem „Hinweis auf die tragende Rolle des von den bildenden Künstlern getragenen gestalterischen Grundlagenunterrichts.“ K.’s Theorie, dass jede Linie von einem Punkt ausgeht, sozusagen „der Tod des Punktes ist gleichzeitig die Entstehung der Linie… reißt ihn heraus aus der Fläche und schiebt ihn auf der Fläche nach irgendeiner Richtung. Es entsteht dadurch ein ´neues Wesen´ mit einem ´neuen, selbständigen Leben´…“ kann man weiterentwickeln bis hin zur Fläche, die z. B. aus vielen Linien sich zusammensetzt.
Max Bill schreibt in der Einführung zu diesem Punkt im Jahre 1955: „Gerade heute scheint es uns von besonderem Wert, daß diese bahnbrechenden Theorien jedem, der sich mit ihnen auseinandersetzen möchte, zur Verfügung stehen. Denn die konkrete Kunst hat in der Weite eine beträchtliche Ausdehnung erfahren, jedoch an Tiefe meist nicht viel gewonnen. Dies liegt vielleicht zu einem Teil daran, dass sie nicht mehr wie seinerzeit um ihre Existenz und Anerkennung als Ausdrucksmöglichkeit zu kämpfen braucht, und dass viel Junge ohne gründliche Vorbereitung hinzukamen! Sich lediglich auf äußerliche Formelemente stützend, anstatt die innere Struktur, den Geist und die Idee dieser neuen Kunstgattung zu erkennen.“
Das ist der Grund warum ich in meinem Galerieprogramm schon sehr früh nach neuen Ausdrucksformen der konkret-konstruktiven Kunst Ausschau hielt, um jene zeitgenössischen Künstler ausfindig zu machen, die diese Gedanken verinnerlicht haben.
Renate Bender
„Punkt und Linie zu Fläche“ frei nach Kandinsky
Film von Bernhard Kreutzer










