MATERIAL UND STRUKTUR II
Helmut Dirnaichner, Alfred Haberpointner, Martin Lehmer
Vernissage: Freitag, 17. Oktober 2025 von 18 bis 20 Uhr
Matinee: Samstag, 18. Oktober 2025 von 12 bis 16 Uhr
Ausstellung vom 17. Oktober bis 20. Dezember 2025
Sonderveranstaltung:
Bender Talk am Samstag, 15. November 2025:
Lesung mit Gottfried Knapp und Helmut Dirnaichner
Die drei Künstler erschaffen mit ihren jeweils unterschiedlichen Materialien Bildkörper von außergewöhnlicher Präsenz. Der Betrachter begibt sich auf Spurensuche und entdeckt Strukturen und Feinheiten, welche sich je nach Lichteinfall verändern. Sie strahlen eine ungemeine haptische Anziehungskraft aus, die innehalten lässt und zur Kontemplation anregt.
Bei Helmut Dirnaichner sind es zerstoßene Steine, Erden und Mineralien, welche von ihm als natürliche Farbpalette genutzt werden. In Zellulose eingeschöpft, durchdringen sie den fragilen Bildkörper und schaffen eine abwechslungsreiche Oberflächenstruktur. In der Ausstellung wird u.a. eine Arbeit mit 15 Lanzetten aus blauen und grünen Steinen wie Lapislazuli, Azurit und Malachit gezeigt. Sie hängen 10 cm von der Wand entfernt von der Decke des Galerieraumes herab. Die Installation manifestiert sich als bewegte Skulptur, nachdem sie im ersten Augenblick als großes Bild erscheint.
Alfred Haberpointner zerhackt, schneidet und brennt Spuren in sein Ausgangsmaterial, das Holz. Direkt aus dem Stamm herausgehauen entstehen seine Objekte wie Kegel, Kugel, Zylinder, Ovale, Würfel und auch überdimensionale, stilisierte Köpfe. Sie alle erhalten eine grobe Oberflächenstruktur. Besonders bei seiner Werkgruppe der Tafelbilder spielt die Farbe eine wichtige Rolle. Es geht Haberpointner um eine Öffnung der Fläche, um das Spiel des Lichts auf den mit Beizen und Acrylfarben behandelten Oberflächen.
Martin Lehmer schichtet Streifen von gebrochenem MDF aufeinander und erzeugt so Bildflächen von außergewöhnlicher Plastizität und Präsenz. Das von ihm verwendete schwarze MDF lässt durch durch seine Beschaffenheit an den fragilen Bruchkanten samtige Strukturen entstehen. Das Licht wird von der nur anfänglich monochrom erscheinenden schwarzen Bildfläche gleichermaßen absorbiert und reflektiert. Die Reduktion auf die „unbunte Farbe“ Schwarz führt zum elementaren Kunsterlebnis.
Helmut Dirnaichners jüngste Publikation „Helmut Dirnaichner. Das Licht aus der Erde“ (HIRMER Verlag 03/2025) wird gefördert durch:

